Erinnerungen festhalten – Meine Tipps für ein perfektes Fotobuch

Mai 9, 2020 | Tipps

Wer mir auf Instagram folgt, weiß, dass ich ein großer Fan von Fotobüchern bin. Schon aus meiner Kindheit habe ich ein klassisches Fotoalbum in meinem Schrank und als Jugendliche habe ich damals mit „Project Life“ meine eigenen Alben gestaltet. Wenn dir das nichts sagt: Hier hat man seine Fotos als normale Abzüge gedruckt und dann in spezielle Folien gelegt, die dann zu einem Album zusammengefasst wurden. Dabei hat man sich kreativ total ausgetobt und die Seiten mit bunten Karten, Sprüchen, Stickern usw. aufgepimpt.

Vor ein paar Jahren habe ich dann fertig gedruckte Fotobücher für mich entdeckt, die ich vorher immer als blöd abgestempelt habe. Ich glaubte, hier könne man gar nicht kreativ sein und die Bücher würden langweilig werden – oh, wie ich mich geirrt habe.
Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, nach (fast) jeder Reise oder jedem Städtetrip ein Fotobuch zu gestalten und ich freue mich jedes Mal so sehr, wenn ich sehe, wie meine kleine Sammlung an Büchern wächst und gedeiht.

Das Gestalten eines schönen Fotobuchs ist aber nicht unbedingt ein Kinderspiel und kann einen gern mal in die Verzweiflung treiben. Daher fasse ich dir hier meine besten Tipps zusammen, mit denen deine nächsten Fotobücher ganz bestimmt ein echter Hingucker werden, an dem du dich auch nach Jahren nicht sattgesehen hast.

Denke voraus

Eine Sache, die meine Bücher von Mal zu Mal definitiv verbessert hat: Ich habe mir angewöhnt, schon während des Trips an das Fotobuch zu denken. So fängt man ganz automatisch an, nicht nur die klassischen Selfies oder Sehenswürdigkeiten zu fotografieren, sondern auch mal die Umgebung und Atmosphäre in Bildern einzufangen. Das können zum Beispiel frisches Gemüse auf dem Markt, die Wellen auf dem Wasser, eine schöne Hauswand oder eine Pflanze sein. Für gewöhnlich machen wir diese Fotos nicht, im Buch tragen aber genau diese Bilder zum harmonischen Gesamtbild und zur Stimmung bei. Stell dir mal eine Seite voll mit Selfies vor. Hier wäre das Auge garantiert überfordert und wirklich interessant ist das auch nicht.
Hier sieht man gut, dass die Mischung aus Personen und einem scheinbar unwichtigen Moment viel interessanter wirkt. Das Bild von dem Verkehr versetzt mich gedanklich sofort wieder an den Ort zurück.

Mixe Kamera- und Handybilder zusammen

Viele denken, dass man für sein Fotobuch nur die Bilder aus der Kamera verwenden kann. Da wir aber heute – gerade beiläufige Schnappschüsse von Essen & Co. – einiges mit dem Handy fotografieren, sollten auch diese Bilder unbedingt mit einbezogen werden.
Nach dem Trip gehe ich immer hin und mische die Bildern von allen Geräten zusammen. So kann ich sichergehen, dass ich kein Bild vergesse, was mir vielleicht sehr wichtig ist.
Wenn du viel mit dem Handy fotografierst, achte aber unbedingt darauf, dass du deine Bilder möglichst direkt über die Handykamera und ohne jeden Filter aufnimmst. Du wirst dich hinterher ärgern, wenn dein ganzes Buch toll aussieht, aber ausgerechnet dein Lieblingsbild mit einem Instagram-Story-Filter bearbeitet ist.

Weniger ist mehr

In meinen Fotobüchern achte ich darauf, dass ich meine Bildauswahl recht klein halte. Es kommt natürlich auf den Trip oder das Buchthema an, aber mein absolutes Maximum lag bisher bei 48 Seiten (sprich 24 Doppelseiten). Mir ist klar, dass man von einer Reise hunderte wenn nicht tausende Bilder hat, die man gerne drucken möchte. Die Frage ist: Wie oft würdest du dir ein so dickes und umfangreiches Buch wirklich ansehen? Und haben deine Freunde & Familie Lust, sich dieses Buch komplett anzusehen? Suche dir besser die wirklich besten Bilder aus und mache (viele, viele) Kompromisse. Es wird sich lohnen! Die ausgewählten Bilder stechen so später viel mehr heraus und gewinnen viel mehr an Wert, als wenn sie nur ein Bild unter hunderten wären.

Es müssen nicht immer viele Bilder sein. Hier geht Qualität über Quantität. Ein einzelnes Bild sticht viel mehr hervor, wenn es nicht mit unzähligen anderen Bildern konkurriert.

Einheitlicher Look

Eines der wichtigsten Dinge für ein Fotobuch ist für mich, dass die Bilder zusammenpassen. Durch eine einheitliche Bearbeitung kannst du dafür sorgen, dass Bilder, die im ersten Moment vielleicht nicht zusammenpassen, farblich so aufeinander abgestimmt werden, dass du sie ganz getrost auf eine gemeinsame Seite drucken kannst. Wie oben bereits erwähnt, mische ich die Bilder aller Geräte zusammen. In Lightroom bearbeite ich dann die Bilder mithilfe von Presets im selben Look. Ich finde es schöner, wenn die Bilder nicht allzu stark bearbeitet sind, die Erinnerungen sollen ja nicht gefälscht werden. Aber ein paar kleine Anpassungen reichen oft schon aus, um den Bildern einen frischen & vor allem angepassten Look zu verpassen.

Obwohl die Seite etwas voller ist, wirkt durch die einheitliche Bearbeitung alles harmonisch. Auch, dass sich die Rottöne in einzelnen Bildern wiederholen, trägt dazu bei.

Erzähle eine Geschichte

Nein, damit meine ich natürlich nicht, dass du nun einen Roman schreiben musst. Ich spreche davon, dass du deinem Buch ein Thema gibst und es entsprechend aufbaust. Wenn du beispielsweise ein Jahresrückblick machst, macht es Sinn, das Buch chronologisch aufzubauen und die Bilder in der tatsächlichen Reihenfolge ins Buch zu bringen. Du könntest das Buch aber auch thematisch aufbauen und alle Bilder von deinen Freizeitparkbesuchen, deinen Freunden oder Tagen am Strand zusammen gruppieren.
Meine Urlaubs-Bücher gestalte ich in der Regel chronologisch. Ich fange mit der Anreise an, füge Bilder von der Unterkunft ein, dann folgen die Ausflüge und schließlich die Abreise und das „Auf Wiedersehen“. Ich habe aber auch schon Seiten gemacht, in denen ich gesammelt alle Food-Bilder des Trips oder alle Shopping-Bilder zusammengefasst habe, obwohl diese nicht zur selben Zeit entstanden sind. Es gibt also verschiedene Möglichkeiten, das Buch aufzubauen, wichtig ist nur, dass du dir dabei Gedanken machst und die Bilder zusammen wirken.

Meistens beginne ich meine Fotobücher mit Bildern von der Anreise und der Unterkunft. Denn hier beginnt die Geschichte.

Hier habe ich die Bilder nicht chronologisch angeordnet, sondern nach den Themen „Shopping“ und „Food“ gruppiert.

Spiele mit dem Layout

Wenn es dann ans wirkliche Gestalten der Seiten geht, gilt für mich: Probieren über Studieren. Ich mag es, alle Seiten mit einem anderen Layout zu versehen, aber trotzdem einen roten Faden drin zu haben. Ich habe mir ein sehr minimalistisches Design ausgesucht und habe immer viel Weiß auf den Seiten. Meine Bilder grenzen nie direkt aneinander und ich achte darauf, dass meine Bilder immer gerade und nicht schief sind. Damit es nicht zu langweilig wird, spiele ich gern ein wenig mit Farbe und bringe auf der einen oder anderen Seite kleine Farbelemente ein. Auch nutze ich immer die selben zwei Schriftarten. So sieht keine Seite gleich aus, aber dennoch ist der rote Faden zu erkennen.
Dein Buch kann natürlich ganz anders aussehen, vielleicht bunter und wilder oder noch einfacher. Das ist ganz deinem Geschmack überlassen. Achte nur darauf, dass sich einzelne Elemente wiederholen und das Layout hinterher die zusammenhängende Geschichte unterstützt.

Es muss nicht immer alles gerade und symmetrisch sein. Verschiedene Bildanordnungen und Farbakzente bringen Abwechslung und Spannung ins Buch.

Füge Wort und Schrift hinzu

Mit etwas Schrift auf den Seiten kannst du nicht nur mehr Abwechslung und Spannung in dein Buch bringen, sondern auch spielerisch ein paar Daten und Fakten hinzufügen, an die du dich später gerne erinnern möchtest. Wie hieß der Ort? Wie hoch war der Berg? Wie teuer war das Essen? Zu welcher Uhrzeit war der Sonnenuntergang? Auch kleine Anekdoten oder tiefsinnige Zitate lockern das Buch auf oder erzeugen eine bestimmte Stimmung. Hast du in dem Moment etwas lustiges gesagt? Welchen Song hast du in diesem Augenblick gehört? Nur weil es ein Fotobuch ist, ist es nicht verboten, auch Texte hinzuzufügen. Probiere es mal aus.
Kleine Anekdoten und Zitate wecken ebenfalls Erinnerungen und zaubern dir ein Lächeln aufs Gesicht.

Selbst Zahlen und Fakten kannst du optisch ansprechend ins Buch einbauen. Lass deiner Kreativität freien Lauf.

Und selbst wenn es nichts zu erzählen gibt, kannst du deine Seiten mit einfachen Pinterest-Sprüchen aufhübschen und eine bestimmte Stimmung hervorrufen.
Wie du siehst, kann man sich bei der Gestaltung eines Fotobuchs schnell in eine Sackgasse manövrieren, in der man einfach nur unzufrieden ist und das Buch gar nicht erst drucken lässt. Wenn du aber nur auf einige Kleinigkeiten achtest und dir beim Erstellen Zeit nimmst, kannst du ein wirklich wertvolles Stück kreieren, welches nicht nur deine Erinnerungen konserviert, sondern auch ein echter Blickfang für deine nächsten neugierigen Gäste wird, die vermutlich jedes Buch verschlingen.

Über mich

Ich bin Lena & nebenberufliche Fotografin aus dem Ruhrgebiet.

Schon seitdem ich Denken kann, habe ich eine Leidenschaft für die Fotografie & Kreativität. Wenn ich nicht gerade fotografiere, findet man mich meist mit einem Pinsel oder Stift in der Hand in meinem kleinen Bastelzimmerchen großes Chaos anrichten.

Auf diesem Blog geht es vor allem um mein Leben als nebenberufliche Fotografin. Ich gebe dir meine wichtigsten Tipps & Tricks rund um das Thema Fotografie an die Hand, lasse euch an meinen Erfahrungen teilhaben. 

Wenn du selbst fotografierst, dich für das Thema interessierst oder auch vor der Kamera stehst, bist du hier genau richtig. 

Herzlich Willkommen & viel Spaß!